Armando Lucas Correa: Das Erbe der Rosenthalsanke palmer

(Bastei Lübbe, 432 Seiten, 12 €) | vorgestellt von Anke Palmer

Diese bewegende Familiensaga handelt vom Schicksal zweier Mädchen, Hannah und Anna, die in zwei unterschiedlichen Jahrzehnten, auf zwei verschiedenen Kontinenten, leben und derer Lebensgeschichten doch miteinander verbunden sind.

Hannah lebt 1939 mit ihren Eltern in Berlin. Sie sind Juden, denen das Leben schwer gemacht wird. Anna lebt 2014 mit ihrer Mutter in New York. Ihr Vater kam am 11. September beim Terroranschlag ums Leben. Anna hat ihn nie kennengelernt und lebt mit ihrer depressiven Mutter zurückgezogen und auf sich gestellt in New York. Eines Tages kommt ein Brief mit Fotos aus Kuba von der Tante des Vaters. Beide, Mutter und Tochter reisen nach Kuba.

Im 2. Teil des Buches wird die Flucht von Hannah und ihrer Familie aus Berlin beschrieben. Sie haben Tickets für das Schiff St. Louis zur Überfahrt nach Kuba bekommen. Zuerst genießen die Passagiere den Luxus einer Schiffsreise, die sich aber immer mehr zum Wettlauf mit der Zeit entpuppt. Vor Havanna angekommen erklärt die Regierung die Einreiseerlaubnisse für ungültig und nur wenige, darunter auch Hannah und ihre Mutter, dürfen von Bord. Der Vater muss eine weitere Irrfahrt der St. Louis über USA, Kanada und wieder zurück nach Europa ertragen.

Im 3. Teil lernt Anna ihre Großtante Hannah auf Kuba kennen und erfährt den weiteren Verlauf ihrer Lebensgeschichte.

Dieses Buch, der erste Roman des spanischen Journalisten Correa, kann ich jedem Leser nur empfehlen. Es ist zwar ein fiktiver Roman, hat aber einen realen Hintergrund, da es die Irrfahrt der St. Louis tatsächlich gab.

Durch den einfühlsamen und sprachgewaltigen Schreibstil des Autors konnte ich mich beim Lesen in die beiden Mädchen unheimlich gut hineinversetzen, die so vieles verbindet: die Liebe zu ihren Vätern, ihr Überlebenswille und die Hoffnung.

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