Schiller-Schule Bei „BH’s mit Verstärkung“ kabbeln sich Marina Nottbohm und Sabine Weyers zum Vergnügen des Publikums.

Klassiker und Eigenkompositionen gespielt

29. Mai 2018 Autor: Katrin Dietrich

 

Reilingen.Wenn sich kleine Streitereien, ausgetragen mit trockenem norddeutschem Humor und „Hoggema Schlappschnuud“, mit Musik vermischen, kann dies nur eines bedeuten: Die „Begabten Hausfrauen“ sind wieder am Start, mittlerweile besser bekannt als „BH’s mit Verstärkung“. Am Sonntag wagten sich die BH’s , also Marina Nottbohm und Sabine Weyers, aus der pulsierenden Rennstadt Hockenheim zu einer Veranstaltung der SPD in das Fitness-Dorf Reilingen.

Mit einem seufzenden „Ah“ begrüßte Sabine Weyers die Gäste in der Aula der Schiller-Schule mit den Worten: „Endlisch mol widda in Reilingen.“ Keine Frage, dass sie mit diesem Satz alle Zuhörer gleich in helle Begeisterung versetzte und der Abend somit sofort in die Vollen gehen konnte.

Musikalisch stiegen die BH’s mit ihrer Verstärkung aus Klaus Nottbohm an der Gitarre, Oliver Brinkmann am Bass und Carsten Wagner am Schlagzeug mit einem Titel von Marika Rökk ein, und Sängerin Sabine wünschte „Eine Nacht voller Seeligkeit“.



 

Nach 25 Jahren noch Neubürgerinbgs

Marina Nottbohm, die nach 25 Jahren immer nach als Neubürgerin bezeichnet wird, begleitete am Piano, am Akkordeon und griff zwischendurch mit Gesangseinlagen auch selbst zum Mikrofon. Obwohl sie immer noch reines Hochdeutsch spricht, versteht sie die Hockenheimer Sprache nun richtig gut und konterte sofort, als sich Frau Weyers als alleinige „Lokalmatadiva“, frei nach dem Namen des Programms, bezeichnete. Bis nach der Pause sprachen sich die Damen respektvoll mit „Sie“ an.
Unfromme Wünsche vereiteln „Du“

Es kam zwar der Moment, in dem die BH’s zum „Du“ übergingen. Allerdings hielt dies nur ein einziges Lied lang an, dann wurde – sehr zur Freude der Zuschauer – das Programm von musikalischen Wünschen und Freundlichkeiten wie „Ich wünsche dir ’nen hängenden Busen“ und „Und ich wünsch dir nen schwabbelnden Bauch“ überschattet. Dies machte das innige „Du“ sofort rückgängig, dennoch ging das Programm in gewohnter Qualität weiter.

Ein Lied über das Aquadrom und den „Duwak“ zeigte die Heimatverbundenheit der „Begabten Hausfrauen“ und ihre musikalische Vielfältigkeit. Mal klang es romantisch, dann etwas rockig, dann amüsant, und ganz oft kam „mal was ganz anderes“. Obwohl die Reste der heißen Luft des Tages noch in der Aula hingen, wurde viel gelacht und teils auch mitgesungen.

Marina Nottbohm lüftete vor dem Publikum ihr Geheimnis, dass sie aus der norddeutschen Provinz komme, was Partnerin Sabine gleich mit „Des hert sogar än Reilinger, dass die net vun Hoggene kummt“ kommentierte. Nottbohm schüttete ihr Herz trotzdem weiter aus und berichtete: „Als ich hierher kam, da waren diese Menschen, die konnte ich nicht verstehen“. Die taffe studierte Musikerin ging zum Unterricht ins Institut für lebendige Sprache und lernte dort die ersten Lektionen.

Wie dies geschah, erlebte Reilingen am Sonntag hautnah mit. Marina Nottbohm spielte sich selbst, Sabine Weyers übernahm die Rolle der Hockenheimer Lehrerin. Nun folgte die erste Lektion: „Äm Kall sein Soh’ vawescht äm Schorsch sei Buwe“. Penibel genau wurde darauf geachtet, dass bei Karl und Schorsch das „R“ nicht gesprochen wird. Singen klappe nun besser als sprechen, und es folgte der zweite Satz: „Äm Kall sei Fro mescht sunndogs brode Nudel.“

Dass hinter allem Spaß auch großes Können steckt, wurde vom Publikum im gut besetzten Saal nicht übersehen und stets mit großem Applaus gewürdigt. Klare Töne, spontane Einsätze, ein Ausflug in die Beatles-Zeit und die 50er Jahre zeigten, dass die „BH’s“ und ihre Verstärkung es auch musikalisch voll draufhaben.

Mit „Wenn die Sonne hinter dem Pumpwerk versinkt“ beendeten die fünf ihr Programm, mussten aber nach den Zugabe-Rufen noch mal ran und haben es geschafft, die Reilinger ausnahmslos zu begeistern.

© Hockenheimer Tageszeitung, Dienstag, 29.05.2018

Am vergangenen Mittwoch war es wieder so weit: Im Rieglerhaus in Reilingen versammelten sich vornehmlich Frauen, aber auch einige Männer, um sich für zwei Stunden in die Welt der Bücher entführen zu lassen.

Nachdem das „Trio Eremitage“( Anke Palmer, Ute Widdermann und Ulrike Wettach-Weidemaier ) mit einem beschwingten Flötenstück den Abend eröffnet und Jutta Akyol die Gäste willkommen geheißen hatte, entführte Monika Kasper die ZuhörerInnen nach Paris und erzählte vom Buchhändler Jean Perdu, der eine ganz besondere Buchhandlung betreibt. Er weiß genau, welches Buch welche Krankheit der Seele lindert: Auf seinem Bücherschiff, der »literarischen Apotheke«, verkauft er Romane wie Medizin fürs Leben. Nur sich selbst weiß er nicht zu heilen, seit jener Nacht vor 21 Jahren, als die schöne Provenzalin Manon ging, während er schlief. Sie ließ nichts zurück außer einem Brief – den Perdu nie zu lesen wagte. Bis zu diesem Sommer. Der Autorin Nina George ist mit „Das Lavendelzimmer“ ein wunderbar feinfühliger Roman gelungen, der be- und verzaubert. Eine großartige Geschichte über das Leben, die Liebe, den Schmerz, die Trauer, die Verzweiflung und vor allem - die Hoffnung.

 


Eveline Bareiss hatte sich das Buch „Erzähle es niemandem“ von Lillian Crott- Berthung ausgesucht. Randi Crott erzählt in diesem Buch die Liebes-, Leidens- und Lebensgeschichte ihrer Eltern in den Jahren 1939-1947. Das kann sie erst, seit ihr Vater, Hellmut Crott, 2008 verstorben ist, denn er wollte mit seiner Geschichte nicht in die Öffentlichkeit treten. Ihr Vater war der Sohn einer Jüdin und eines Ariers und wurde deshalb unter dem nationalsozialistischen Regime als Mischling eingestuft. Sein „Versteck“ ist die Wehrmacht. Im Zuge der "Weserübung" kommt er nach Norwegen, wo er Lillian kennen und lieben lernt. Hellmut erzählt niemandem von seiner Herkunft und nimmt dieses Versprechen auch Lillian ab, denn er wäre sonst ins KZ gekommen und in der Gaskammer gelandet wie seine Tante Tetta. Was in Norwegen zur Zeit des deutschen Nationalsozialismus passierte, weiß man nur begrenzt, es gibt wenig Literatur dazu. In diesem Buch erfährt man von der Besatzung, vom norwegischen Widerstandsgeist und von der norwegischen Konsequenz nach dem Krieg.

Nach einem weiteren musikalischen Leckerbissen der drei Flötistinnen nahm sich Jutta Dräger nun eines ganz anderen Themas an: Der Alterspubertät. Das Buch „Es ist nur eine Phase, Hase“ von Maxim Leo ließ die ZuhörerInnen kichern, schmunzeln oder lauthals lachen. Pubertät ist schlimm. Klar. Aber nicht so schlimm wie: Alterspubertät! Alterspubertierende sind angegraute, bequeme, oft kurzsichtige Wesen, die die Ruhe lieben, das Wandern, das Wort "früher" und bestuhlte Pop-Konzerte. Männliche Alterspubertierende zwängen ihren runden Ü45-Körper in Neoprenanzüge und beginnen einen Kitesurf-Lehrgang. Andere laufen Marathon. Weibliche Alterspubertierende flüchten sich gern in die Spiritualität und "wollen sich neu entdecken". Oder Marmelade einkochen. Klingt scheußlich? Ist es auch.

Und dennoch- vieles konnten die ZuhörerInnen bei sich selbst wiedererkennen. In der nachfolgenden Pause wurde noch viel darüber gesprochen .Dass Wein und der bereitgestellte Snack trefflich mundeten, davon zeugten die leeren Teller und Gläser.
Nach der Pause widmete sich Rosa Grünstein dem oft komplizierten Mutter-Tochter-Verhältnis. In ihrem Buch „ Der Tag, an dem ich meine Mutter wurde“ schreibt die Autorin Nicole Zepter: „Im Sommer 1974 verliebte sich meine Mutter in meinen Vater. Sie wurde schwanger und brachte mich auf die Welt. Achtzehn Jahre lang sollte ich nichts von dieser Liebe und von meinem Vater wissen. Sechsunddreißig Jahre später verliebte ich mich in den Vater meines Sohnes. Und wiederholte das intensivste Jahr meiner Mutter bis aufs kleinste Detail.“ Nicole Zepter macht sich auf die Suche nach Erklärungen für dieses Muster. Rosa Grünstein empfahl dieses Buch wärmstens. Ein weiteres Musikstück aus dem vielfältigen Repertoire des Trio Eremitage leitete dann über zu zwei weiteren heiteren Büchern.

Zunächst las Birgit Schuppel eine Kurzgeschichte aus dem Buch „Ich will so bleiben, wie ich war“ von Monika Bittl vor. In ihren herrlich unterhaltsamen Alltagsgeschichten nimmt die Autorin die Tücken des Lebens in der Lebensmitte aufs Korn. Ein augenzwinkerndes, ironisches Buch über das Älterwerden. Schauen wir heute in den Spiegel, hatten wir uns nicht nur jünger in Erinnerung – wir wünschen uns auch oftmals die Leichtigkeit der jungen Jahre zurück. Denn seltsamerweise vermehren sich mit dem Älterwerden nicht nur die Falten, sondern auch die Schrullen und heiklen Gemütszustände.
Zum Abschluss stellte sich Gaby Feth-Biedermann mit dem Buch „Saturday Night Biber“ von Anja Rützel solch interessanten Fragen wie „Haben Sie schon mal daran gedacht, sich zur Biberberaterin ausbilden zu lassen? An einem Kaninhop-Turnier teilgenommen? Einen Mäusepräparierkurs gemacht? Sich einen Tag am Halfter herumführen lassen, um sich besser in die Psyche eines Alpakas einzufühlen? Mit einer Kuh gekuschelt?“ Anja Rützel, renommierte Journalistin und bekennende Tierliebhaberin hat es getan. Mit unbändiger Expeditionslust und ihrem einzigartigen Blick fürs Skurrile unternimmt sie eine Reise in uns bisher unbekannte Welten.

Mit flotter Musik und den Dankesworten der Moderatorin ging ein abwechslungsreicher Vorstellungsabend zu Ende, wobei nicht wenige Besucher noch längere Zeit zusammen saßen und diskutierten. (irö)

SPD Reilingen spricht sich geben Komplettsperrung der Salierbrücke aus

Nachdem schon die Reilinger SPD-Fraktion intern die Auswirkungen der geplanten Sanierung der Rheinbrücke nach Speyer, der Salierbrücke, ausführlich diskutiert hatte, trafen sich die Sprecher der jeweiligen SPD-Fraktionen der Gemeinden Altlußheim, Neulußheim, Oberhausen-Rheinhausen, Reilingen und Speyer zu einer gemeinsamen Sitzung in Speyer.Dabei betonte der Sprecher der Reilinger SPD-Fraktion, Dieter Rösch, dass eine Vollsperrung auch nicht im Sinne der Gemeinde Reilingen sein kann.

 

 

Neben Schülerinnen und Schülern, die täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Speyer pendeln, sieht er weitere wichtige Verkehrsbezüge zur Domstadt: Auch aus Reilingen nutzen viele Bürgerinnen und Bürger das Ärzte und Krankenhausangebot in Speyer sowie die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten. Auch die Landwirtschaft ist auf eine vernünftige Verbindung angewiesen - mit der Alternative Autobahnbrücke ist ihr nicht geholfen. Insbesondere für Rettungsdienste muss es auch in der Umbauphase möglich sein, die Krankenhäuser in Speyer zu erreichen.Die bereits angedachte Einrichtung einer Fährverbindung über die "Nato-Rampe" kann aus Sicht der SPD nur ein zusätzliches Angebot sein.

Die Fraktionen haben sich deshalb darauf verständigt, für eine nur teilweise Sperrung der Rheinbrücke in der Umbauphase einzutreten, bei der zumindest die Rettungsdienste, der Schülerverkehr und landwirtschaftliche Fahrzeuge die Möglichkeit haben müssen, beispielsweise mithilfe einer "intelligenten" Ampelschaltung die Brücke passieren zu können.

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