…so betitelte die Rhein-Neckar-Zeitung in ihrer Berichterstattung
die Veranstaltung „Kurpfälzer Musik und Poesie“.flyer

Die Scones, alias Helmut Dörr und Jürgen Köhler, Inge Geier und Gustl Riemensperger vom Walldorfer Forum 84 und der Reilinger Mundartsänger Charly Weibel hatten für ihren jährlichen Benefizauftritt im voll besetzten Festsaal des PZN Wiesloch ein neues Programm zusammengestellt.

Dabei entstand die Idee, dass es eigentlich zu schade sei, dieses Programm nur einmal aufzuführen und so entschloss man sich für einen weiteren Auftritt in Reilingen.

Mundart, Musik und Poesie in multilingualem Wechsel, nämlich auf Englisch, Hochdeutsch, Kurpfälzisch und natürlich „Reilingerisch“ stehen dabei im Vordergrund.

Bunte Mischung

Ob Nachdenkliches oder Humorvolles, die Mischung macht es aus, eben wie im richtigen Leben auch.

Sprachbildende Maßnahmen für Einheimische und „Reigeplaggde“ sind an diesem Abend ebenso zu erwarten, wie kleine Szenen und Gedichte in unserer „Muddersprohch“.
Es ist für jeden etwas dabei und wenn das Reilinger Publikum ebenso begeisterungsfähig ist, wie das Wieslocher, dann steht einem gelungenen Abend nichts mehr im Weg.

Die Veranstaltung findet am 31. März 2019, um 18.00 Uhr in der Aula der Friedrich-von-Schiller-Schule in Reilingen statt.
Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf im Rathaus Reilingen, bei der Reilinger Post und bei Hairstore Eva für 10,00 Euro, sowie an der Abendkasse für 12,00 Euro.
Einlass ist um 17.00 Uhr. Für das leibliche Wohl sorgt der Ortsverein der Reilinger SPD, deren Helfer kleine Speisen und Getränke anbieten.

 

Lesekreis: Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen stellt zum 18. Mal Bücher im Rieglerhaus vor / Nur ein Krimi in der Auswahl / „Trio Eremitage“ musiziert

Zwei Stunden in komplett andere Welten entführt

REILINGEN. Bereits zum 18. Mal hat die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) im Rieglerhaus neue Bücher vorgestellt. Als die ersten Töne der Musik des „Trio Eremitage“ erklangen, war kein freier Platz mehr vorhanden – es mussten zusätzliche Stühle geholt werden.

Jutta Akyol freute sich, ein so großes Publikum begrüßen zu können.

Vor allem Frauen, aber auch einige Männer wollten sich zwei entspannte Stunden lang in andere Welten entführen lassen. Wie immer standen auf den Tischen Snacks und Getränke, so dass auch für das leibliche Wohl gesorgt war.

Monika Kasper begann mit „Die Nachtigall“ von Kristin Hannah, das die Zuhörer mitten hinein in die Wirren des Zweiten Weltkriegs katapultiert. Frankreich im Jahr 1939: Isabelle beteiligt sich an einem waghalsigen Unternehmen: Über den Pfad der Nachtigall führt sie abgeschossene Piloten der Alliierten über die Pyrenäen. Doch bald erfahren die Deutschen von der Fluchtroute und setzen alles daran, sie aufzuspüren.

Literatur- und Musikgenuss vermittelt: Alena Müller (v. l.), Eveline Bareiß, Heike Seeber-Eichhorn, Ilse Rösch, Jutta Akyol, Gabi Feth-Biedermann, Gisela Prahl, Rosa Grünstein, Ute Widdermann, Jutta Dräger, Monika Kasper, Anke Palmer und Ulrike Wettach-Weidemeier unterhalten die Besucher im Rieglerhaus. BILD: DIETER RÖSCH

 

Auch das Buch „Piccola Sicilia“ von Daniel Speck, das Heike Seeber-Eichhorn vorstellte, hatte den Zweiten Weltkrieg zum Thema. Es spielt im Tunis des Jahres 1942 im bunten italienischen Einwandererviertel
„Piccola Sicilia“. Drei Religionen leben in guter Nachbarschaft zusammen, bis der Krieg das Land erreicht.

Gisela Prahl entführte die Zuhörer noch weiter in die Vergangenheit, Berlin 1890. „So lang die Welt noch schläft“ von Petra Durst-Benning spiegelt eine Gesellschaft, in der Männer die Zukunft bestimmen und
Frauen gefälligst die Pedale einer Nähmaschine und nicht die eines Fahrrads zu treten haben.

Buchhändlerin Jutta Dräger stellte den einzigen Krimi vor: „Oxen – das erste Opfer“ von Jens Henrik Jensen. Niels Oxen, ein schwer traumatisierter Elitesoldat, zieht sich in die Einsamkeit der dänischen Wälder zurück, um seinen inneren Dämonen zu entkommen, und wird zum Hauptverdächtigen in einem Mordfall.

Die ehemalige Landtagabgeordnete Rosa Grünstein hatte „Der Ministerpräsident“ von Joachim Zelter mitgebracht, einen tiefgründigen Roman über Macht und Moral, geschrieben mit der unnachahmlichen
sprachlichen Prägnanz und dem Esprit eines Ausnahmeschriftstellers. Nichts endet wie es gedacht war

Lucy Fricke schrieb „Töchter“, das Gaby Feth-Biedermann präsentierte. Zwei Frauen brechen zu einer Reise in die Schweiz auf – mit einem todkranken Vater auf der Rückbank. Eine finale Fahrt soll es  werden, doch nichts endet, wie man es sich vorgestellt hat, schon gar nicht das Leben.

Auch „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“ hatte drei Frauen als zentrale Figuren. Alina Bronsky lässt die Ich-Erzählerin Rosalinda, eine schöne Tatarin, über drei Jahrzehnte hinweg ihr eigenes Schicksal, das ihrer Tochter Sulfia und das ihrer Enkelin Aminat schildern.Zwischen Russland und Deutschland hin und hergerissen, sind die Frauen unfreiwillig und unzertrennlich miteinander verbunden.
Allerdings wird kein einziges tatarisches Gericht vorgestellt – daran konnte auch Ilse Rösch nichts ändern, die das Buch ausgesucht hatte.

Als lustigen Schlusspunkt brachte Alena Müller „Schmitz’ Mama“ von Ralf Schmitz mit. Warum sagt Mama immer „Dingens“? Was hat sie mit Hannibal gemeinsam? Wie zum Teufel beendet man ein Telefonat mit ihr? Ralf Schmitz geht für solche und ähnlich knifflige Rätsel ungehemmt auf Lösungssuche. Spätestens, wenn er von Mamas schlimmsten Geschenken, unpassendsten Umräumaktionen und gruseligsten Kochversuchen erzählt, werden Sie sich fragen: Woher kennt Ralf  Schmitz eigentlich meine Mutter?! So manche Lacher im Publikum zeigten, dass dieser Schlusspunkt gut ankam. Und dass man teilweise noch länger zusammensaß, sich austauschte und den Abend nett ausklingen ließ, zeugte auch von der guten Stimmung in dieser Veranstaltung.

irö

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