Nachfolgende Anfrage erging von der SPD Fraktion im Rhein-Neckar-Kreis an Landrat Dallinger

Offensive Pflege | Erziehung

Hauswirtschaftlich-pflegerisch-sozialpädagogische Bildungsgänge an den beruflichen Schulen des Kreises stärken!

 

Sehr geehrter Herr Landrat Dallinger,

dass in Deutschland im Bereich der pflegerischen und erzieherischen Versorgung ein Notstand herrscht, ist unstrittig. Strittig sind allenfalls die Zahlen, die aus unterschiedlichen Bedarfsberechnungen genannt werden. So sind im Koalitionsvertrag 8.000 Stellen genannt, der Gesundheitsminister will 15.000 zur Verfügung stellen und die Sozialverbände sehen einen Bedarf von 80.000 Stellen, allein für die Pflege.

Worauf immer man sich verständigt, ein Großteil des Bedarfs muss überhaupt erst noch ausgebildet und qualifiziert werden, eine Aufgabe, die für unsere Schulen eine besondere Herausforderung darstellen.

Um in der Frage der Aus- und Weiterbildung der Pflege- und Erziehungskräfte in die Offensive kommen zu können, bittet die SPD-Fraktion um die Beantwortung folgender Fragen:

1) Sind die Ausbildungsplätze an unseren Schulen in den genannten Bereichen Pflege und Erziehung alle besetzt?
Wenn ja: Gibt es Überlegungen/ Anträge/ Vorschläge, die Kapazitäten kurz- und mittelfristig zu erhöhen?
Liegen entsprechende Anträge aus unseren Schulen vor?
Wenn nein: Welche Maßnahmen sind vorgesehen bzw. bereits unternommen worden, die Angebote zu kommunizieren/bewerben und damit weitere Absolventen zu gewinnen.

2) Gibt es weitere Initiativen (über die Albert-Schweizer-Schule Sinsheim hinaus), gezielt Migranten in den Ausbildungsprozess der Altenpflegehilfe oder in weitere einschlägige Qualifizierungsmaßnahmen einzubinden?

3) Gibt es neben den gut angelaufenen PIA-Modellen für Berufserfahrene auch solche Angebote im Pflegebereich? Wenn nein, wie könnte der Kreis initiativ werden, um PIA vom pädagogischen in den pflegerischen Bereich zu „exportieren“?

4) Welchen Beitrag können unsere Kigas/Heime/Kliniken leisten, die Ausbildungskapazität in diesen Bereichen zu erhöhen?

5) Wie ist die Akzeptanz der Weiterbildungsgänge, wie z.B. "Gerontopsychiatrie" oder "Leitung einer Pflegeeinheit"?

6) Welchen Beitrag kann das Job Center Rhein-Neckar leisten, um die Zahl der Bewerber um diese Ausbildungsplätze zu erhöhen?

Wir erwarten bei der Beantwortung dieser Anfrage keine zweite Schulstatistik, uns interessiert vor allem das Angebot/Nachfrage-Verhältnis und die hieraus folgenden Handlungsperspektiven für den Rhein-Neckar-Kreis als Schulträger aber auch als regionale politische Instanz mit der Aufgabe, Initiative zu ergreifen für eine Verbesserung der Situation.

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