Zu einem Informationsgespräch über die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs kam dieser Tage die SPD-Kreistagsfraktion in der Mannheimer VRN-Zentrale zusammen. Manfred Zuber aus Walldorf, Vorsitzender des Arbeitskreises Umwelt, Verkehr und Wirtschaft, hatte dazu geladen und erinnerte an die aktuell anstehenden Themen Mobilitätsplan, Bündelausschreibungen, Steigerung der Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs.

Nach der Begrüßung durch den Faktionsvorsitzenden Dr. Ralf Göck stellte der Leiter der Vergabestelle des VRN, Dr. Michael Winnes, zunächst einige Strukturdaten des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar vor. 24 Kreise und kreisfreie Städte aus drei Bundesländern arbeiten im VRN zusammen und bilden das recht große Verbundgebiet mit täglich 850 000 Fahrgästen und insgesamt rund 460 Linien mit Bus, S-Bahn und Straßenbahnen. 58 Verkehrsunternehmen sind Vertragspartner für die verschiedenen Linienbündel, die jeweils für 10 Jahre nach den Vorgaben der Gremien von Kreis und Gemeinden ausgeschrieben werden. Wie komplex der Vorgang von Ausschreibung und Vergabe bei immer höheren Anforderungen an technische und soziale Standards ist, erläuterte der Referent sehr ausführlich.

Die Kreisrätinnen und Kreisräte erkundigten sich unter anderem, wie die bei den Ausschreibungen vorgeschriebene Tariftreue seitens des VRN kontrolliert werde. Dies sei schwierig, räumte der Referent ein, aber durch den neu gegründeten Beirat für das Fahrpersonal gebe es jetzt die Möglichkeit der direkten Rückmeldung.

Ein Herzensanliegen ist den Sozialdemokraten seit Jahren die Einführung eines Sozialtickets im Kreis bzw. in der Metropolregion. Auf Nachfrage von Dr. Brigitta Martens-Aly war zu erfahren, dass der VRN sich mit 10% an den entstehenden Mehrkosten für Kreis und Gemeinden beteiligt, weil mit dem Sozialticket auch eine Zunahme der Zeitkarteninhaber zu erwarten ist und dies auch im Sinne des VRN sei.

Auch die Ziele des VRN zur Steigerung des Anteils der Nutzerzahlen waren Gegenstand des Gesprächs. Derzeit liegt dieser Anteil bei nur rund 10% der insgesamt zurückgelegten Wege. In Zeiten von Klimawandel, drohenden Fahrverboten wegen Luftverschmutzung und Staus auf vielen Wegen zum Arbeitsplatz könnte ein kräftiger Anstieg der ÖPNV-Nutzung erheblich zur Verbesserung beitragen. Hier liege der Schlüssel aber nicht beim Verbund, so Winnes, sondern bei der Politik und deren Bereitschaft zur Finanzierung günstiger Tickets und zum weiteren Ausbau von Verbindungen.

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