Planungsausschuss der Region stimmt über Bahn-Positionspapier ab

Forderungen gehen an den Bund | Auf „technische Machbarkeit“ geprüft | Tunnel in Mannheim und Schwetzingen gefordert

In einem Positionspapier will die Metropolregion ihre Forderungen für den Bahnverkehr ans Bundesverkehrsministerium übermitteln. Über das Papier soll an diesem Freitag der Planungsausschuss des Verbands Region Rhein Neckar abstimmen. Laut Sitzungsvorlage verlangt die Region darin vom Bund unter anderem, einen Güterzugtunnel unterhalb des Mannheimer Stadtgebiets zu prüfen, dazu einen weiteren Tunnel im Bereich Schwetzingen sowie Lärmschutzmaßnahmen in Hockenheim und Neulußheim. Das Papier selbst soll laut dem Vorsitzenden des Planungsausschusses, Mannheims Erstem Bürgermeister Christian Specht (CDU), erst in der Sitzung im Mannheimer Stadthaus (14 Uhr) öffentlich vorgestellt werden.

Es ist unter Federführung des Verbands ausgearbeitet worden,  zentrale Forderungen hatte die Region bereits im Sommer an den Bund formuliert. Jetzt soll der politische Beschluss durch den 48-köpfigen Ausschuss folgen.

In dem Gremium sitzen Bürgermeister sowie Gemeinderats- und Kreisstagsmitglieder. So auch der Reilinger Kreisrat Charly Weibel


Lange geäußerter Wunsch

Das Positionspapier beschäftigt sich laut Sitzungsvorlage mit drei Teilbereichen: Da ist zum einen die geplante ICE-Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Mannheim-Waldhof, auf der nachts auch Güterzüge fahren sollen. Die von der Region bislang  favorisierte Trasse im Abschnitt zwischen Lorsch und Mannheim verläuft entlang der A 67 und der A 6. Nun überlege die Bahn allerdings, die Strecke zwischen Lorsch und Mannheim in Tunneln oder Trögen zu führen, wie es in der Sitzungsvorlage heißt. So seien möglicherweise auch andere Trassenführungen möglich, für die das Positionspapier Forderungen formuliert. Teilbereich zwei in dem Papier sind die Schienentrassen im Bereich Mannheim – der  sogenannte Bahnknoten.

In einer Studie erörtert das Bundesverkehrsministerium derzeit, wie der Bahnverkehr in Zukunft durch Mannheim rollen kann. Das Positionspapier fordert hier die Prüfung eines Güterzugtunnels unterhalb des Stadtgebiets mit Anbindung  an den Rangierbahnhof. In Mannheim ist das ein schon lange geäußerter Wunsch. Denn die nächtlichen Güterzüge, die von der ICE-Neubaustrecke kommen, würden alle oberirdisch durch die Stadt fahren. Die Forderung spricht allerdings explizit von einem Güterzugtunnel – so will man verhindern, dass durch einen Tunnel überwiegend Personenzüge fahren.

Bereich drei ist der Abschnitt zwischen Mannheim und Karlsruhe. Hier schlägt das Positionspapier die eingangs erwähnten Maßnahmen in  Schwetzingen, Hockheim und Neulußheim vor. Alle Forderungen seien „auf technische Machbarkeit grundsätzlich geprüft“, heißt es in der Sitzungsvorlage. „Wir haben uns fachlich beraten lassen“, sagt Specht. Auch Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) hatte kürzlich in einem Interview erklärt, dass ein Tunnel „technisch machbar und nicht weltfremd ist“.

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