Guntram Zimmermann, Lars Castellucci, Gitta Martens-Aly, Ralf Göck, Renate Schmidt, Charly Weibel in Spechbach (vlnr)

Die SPD-Kreistagsfraktion unternahm gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Lars Castellucci eine Radtour durch den südlichen und östlichen Rhein-Neckar-Kreis. Das erste Etappenziel der Gruppe, die sich am Bahnhof Wiesloch-Walldorf zum Start getroffen hatte, war das Naturschutzgebiet Hochholz-Kapellenbruch.

„Feuchtgebiete wie der Kapellenbruch, der 2011 von 150 Hektar auf 263 Hektar fast verdoppelt wurde und Flächen der Gemeinden Wiesloch, Rauenberg und Malsch umfasst, sind von überregionaler Bedeutung. Sie sind ein Kleinod des Naturschutzes in der Region“, erklärte SPD-Kreisrätin Brigitta Martens-Aly, ehemalige Umweltbeauftragte der Gemeinde Rauenberg.

Beim nächsten Etappenziel Rauenberg informierte sich die Gruppe über erneuerbare Energien. Die Solaranlage Rauenberg trägt mit ihren 4,6 Megawatt Spitzenleistung zu einer CO2-Einsparung von 3400 Tonnen pro Jahr bei. Aus der Gruppe kamen Fragen zur Beweidung unter den Solarpanels und zum Einfluss auf die Fauna.

Bei der nächsten Station am Trockenturm in Rauenberg konnten die Radler eine kleine Stärkung der SPD-Ortsvereine Mühlhausen und Rauenberg genießen und mit Anwohnern ins Gespräch kommen, die den Sonntag in der Grünanlage am Turm genossen.

Die örtliche SPD-Gemeinderatsfraktion informierte dann gemeinsam mit den Kreisräten über die Bach-Renaturierung und die Flächenkonversion. Hervorzuheben sei, dass man die Bebauung tatsächlich auf 15 Meter Entfernung zum Bach gehalten hat und das Gebiet dazwischen so modellieren konnte, dass es dem 100-jährigen Hochwasser Raum bietet, ohne Hab und Gut der Menschen zu gefährden, so Martens-Aly und Gemeinderätin Elke Urig.

Es sei ein schöner Ort zum Wohnen, da sich die Menschen direkt neben ihren Häusern im Grünen zum sonntäglichen Entspannen und Spielen treffen könnten, zeigte sich die stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Andrea Schröder-Ritzrau ganz begeistert von der gelungenen Bachrenaturierung.


Die Gruppe in Dielheim vor dem Fahrradweg unter der Autobahn

Die nächste Etappe führte nach Dielheim, wo die Kreisstraße K 4170 im Bereich der Autobahnunterführung im Zuge der A6-Erweiterung verbreitert wird. Bereits 2011 hatte der SPD-Ortsverein Dielheim die Vertreter im Kreistag nach Dielheim eingeladen und vor Ort auf diese gefährlich enge Unterführung hingewiesen, durch die mittlerweile laut Verkehrszählung täglich bis zu 10.000 Autos und 300 Lastwagen fahren.

Martens-Aly, die die Radtour organisiert hatte, erläuterte vor Ort den interessierten Zuhörern, dass schon das Schild „Fahrradfahrer absteigen“ davon zeuge, dass der Weg hier nicht sicher, gar gefährlich sei. „Der Rad- und Fußweg wird im Rahmen des Umbaus auf beiden Seiten auf je 2,50 Meter verbreitert, die Fahrbahn auf jeweils 3,50 Meter. Insgesamt wird die neue Unterführung dann mit den entsprechenden Geländern 15 Meter breit werden. Das stellt eine erhebliche Entschärfung dar, die aber hoffentlich nicht von den Autofahrern missbraucht wird, um hier noch schneller unter der Autobahn hindurch zu fahren“, so die Kreisrätin.

Den prognostizierten Kostenanteil für den Kreis bezifferte Martens-Aly auf 900.000 Euro, der aber bei entsprechenden Zuschüssen eventuell noch gesenkt werden könne. Markus Wodopia, Fraktionssprecher der SPD im Dielheimer Gemeinderat, verband seine Begrüßung der Kreistagsvertreter und des Bundestagsabgeordneten in Dielheim mit einem Dankeschön für die Mithilfe, dass diese Entscheidung nun im Kreistag gefasst werden konnte.

Gemeinsam mit seinem Gemeinderatskollegen Michael Schneider erläuterte er die problematische Verkehrssituation, die nach Unfällen, bei denen das Geländer verbogen worden wäre, oftmals zu unhaltbaren Zuständen geführt habe. Gemeinsam formulierten die Anwesenden die Erwartung, dass die Bauarbeiten nun bald richtig losgehen können.

Die vorletzte Station war eher ländlich geprägt: Nicht einmal 2000 Menschen wohnen in Spechbach. Deswegen ist es für die großen Filialisten dort nicht rentabel, einen Lebensmittelladen zu eröffnen, berichtete Bürgermeister Guntram Zimmermann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Kreistag.

Mit einem digital angelegten LEADER-Projekt soll dieses Problem angegangen werde, erläuterte er einen mit europäischen Mitteln geförderten Versuch, eine Ersatzlösung zu schaffen. Dies freut auch den Vorsitzenden der Kreistagsfraktion Ralf Göck, der aus seinem Ehrenamt als Bezirksvorsitzender des Bundes der Selbständigen Nordbaden ähnliche Ideen kennt.

Schließlich begrüßte Kreisrat und Bürgermeisterstellvertreter Winfried Schimpf die Radler mitten im verkehrsberuhigten Neckargemünd, denn der Kreis hat dort eine sehr aufwändige Tunnelmaßnahme mitfinanziert, wie sich Göck erinnerte, der dann allen bei der Vorbereitung Aktiven um Martens-Aly und Schröder-Ritzrau für ihren Einsatz dankte und dem Abgeordneten Castellucci viel Erfolg bei der Bundestagswahl wünschte.

Pressemitteilung der SPD Fraktion des Rhein-Neckar-Kreises

Die aktuellen Diskussionen um Feinstaub und Stickoxidbelastung machen es überdeutlich: Der Straßenverkehr bringt trotz vielerlei Maßnahmen eher mehr anstatt weniger Umwelt- und Klimabelastung mit sich. "Umsteuern" sei gerade jetzt angesagt, setzten viele Kreisräte, gerade auch in der SPD Fraktion, auf den Nahverkehrsplan Rhein-Neckar, der nur alle paar Jahre neu aufgestellt wird, und in der Folge dann umgesetzt werden soll.

"Vom vorliegenden Entwurf sind wir aber noch nicht überzeugt", so Fraktionsvorsitzender Dr. Ralf Göck (Brühl), der in der jetzt zu Ende gehenden zweiten Beteiligungsrunde zusammen mit der Umwelt-Expertin seiner Fraktion, Dr. Brigitta Martens-Aly (Wiesloch), eine weitere Stellungnahme einreichte, mit der das "umsteuern" noch deutlicher herausgearbeitet werden soll. "Mehr Werbung für unseren vorhandenen, recht gut ausgebauten ÖPNV" wird darin ebenso als Ziel angeregt wie die bessere Verknüpfung des Radverkehrs und alternativer Beförderungsmodelle wie Bürgerbusse und Ruftaxis damit, "denn es ist auch nicht gut, wenn große, leere Busse durch die Landschaft fahren". Auch das Car Sharing komme zwar in dem Nahverkehrsplan vor, aber eher als mögliches denn als notwendiges Mittel, obwohl es auch für den ländlichen Raum gute Chancen bietet, "individuelle Autokilometer" einzusparen. Auch Manfred Zuber (Walldorf), Sprecher des Arbeitskreises Umwelt und Technik der Fraktion, meint: "Wer den aktuellen Entwurf zum Nahverkehrsplan mit der Erwartung liest, der Plan würde zu einem Mobilitätsplan weiter entwickelt, wird enttäuscht.“

Insgesamt geht es der SPD Kreistagsfraktion um mehr Entschlossenheit für einen besseren Nahverkehr, "denn jeder eingesparte Kilometer Autoverkehr entlastet die Umwelt und das Klima". Konkret bedeutet das, dass der Anteil des ÖPNV an den zurückgelegten Wegen im Rhein-Neckar-Kreis erhöht werden muss. Hier werde in dem Gültigkeitszeitraum des Nahverkehrsplanes auch die Digitalisierung eine große Rolle spielen, um Fahrleistungen zu bündeln. Und deswegen bleibe man auch dabei, dass das Sozialticket, also die verbilligte Nutzung des ÖPNV für Geringverdiener, einen entlastenden Effekt habe. Auch hier sollte ein Bekenntnis im Nahverkehrsplan stehen, dass dies förderungswürdig sei, um mehr Menschen weg vom Individualverkehr zu bringen, egal ob am Ende die Gemeinden, der Kreis oder das Land hier in die Umsetzung gehen.

Das dürfte bei Fahrradfans in der Region für große Freude sorgen: Eine neue Broschüre mit dem Titel "Deine Radtouren. Unsere Heimat" gibt Tipps für Radrundtouren im Rhein-Neckar-Kreis und zeigt einen Gesamtüberblick über die Themen- und Fernradwege, die durch unsere Heimat führen.


Die Radbroschüre ist kostenlos in den Rathäusern aller 54 kreisangehörigen Städte und Gemeinden, im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis in Heidelberg, beim ADFC Heidelberg und bei den Fahrradhändlern sowie in den Tourist-Informationen im Landkreis erhältlich.


Zudem kann sie hier kostenlos bestellt werden und steht auch zum Download bereit: Radbroschüre "Deine Radtouren. Unsere Heimat"